Geschichten eines außergewöhnlichen Juden

Schraga Har-Gil: Täubele, mein geliebtes Täubele

Lamuv Taschenbuch 346, 140 Seiten, ISBN 978-3-88977-689-1, 9,90 Euro

 
Als er neun Jahr alt war, floh er mit seinen Eltern aus Würzburg nach Palästina. Er hat die 60-jährige Geschichte Israels erlebt, als Soldat gegen Nazi-Deutschland gekämpft, lange als Journalist gearbeitet und sich erst spät dazu entschlossen, Autobiographisches, aber auch so manche jüdische Weisheit „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ zu Papier zu bringen – und das auf Deutsch. Er will uns etwas Heiteres, hier und da Besinnliches erzählen.
Kein Klagelied, eher eine Hymne an das
Leben – aus der Sicht eines alten Juden, wie er leibt und lebt.

Schraga Har-Gil wurde 1926 in Würzburg als Paul Philipp Freudenberger geboren.
1935 flohen seine Eltern mit ihm und seinem Bruder nach Palästina. Der Vater wurde als Jude und Sozialdemokrat von der Gestapo gesucht und sollte ins KZ Dachau gebracht werden, wurde aber rechtzeitig von einem Freund, dem Polizeikommandanten von Würzburg, gewarnt.
Im Zweiten Weltkrieg meldete er sich freiwillig in die British Army of Rhine und war als Soldat der jüdischen Brigade in mehreren deutschen Städten und im Todeslager Bergen-Belsen.
Während des Befreiungskrieges 1948 wurde er so stark verwundet, dass er beruflich umsatteln musste. Der gelernte Schlosser absolvierte ein Lehrerstudium. Für kurze Zeit unterrichtete er an einem Gymnasium, wandte sich dann aber dem Journalismus zu, war 25 Jahre lang Redakteur für „Ma’ariv“. Danach wurde er für viele israelische Zeitungen im deutschsprachigen Raum Auslandskorrespondent. Mit 76 Jahren beendete Har-Gil seine journalistische Karriere. Er hörte, wie er sagt, „in sich Geschichten, die das Leben geschrieben hat und die nun auf literarische Weise zu Papier wollten“. 2004 erschien sein Buch „Alte Liebe rostet nie“ über seine Würzburger Kindheit zu Beginn der Nazi-Ära, 2006 „Der schöne Busen der Nachbarin – Geschichten aus Israel“ im Verlag Königshausen & Neumann.


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